Anbauländer von Kakao

Kakao

Anbauländer von Kakao

Kakao wächst nur dort, wo es dauerhaft warm und feucht ist. Das beschränkt den Anbau auf einen schmalen Streifen rund um den Äquator, den sogenannten Kakaogürtel, etwa zwischen 20 Grad nördlicher und 20 Grad südlicher Breite. Obwohl die Pflanze aus Südamerika stammt, kommt heute der größte Teil der Ernte aus Afrika.

Kakaoplantage im Hügelland
Rund 90 % der Welternte stammt von Kleinbetrieben. Westafrika liefert den Großteil der Menge.

Die Welternte

Weltweit werden pro Jahr rund 4,5 bis 5 Millionen Tonnen Kakaobohnen geerntet. Die Menge schwankt stark mit dem Wetter: In der Saison 2023/24 brach die Ernte nach Dürre, Starkregen und Pflanzenkrankheiten in Westafrika deutlich ein und lag bei rund 4,4 Millionen Tonnen. Das trieb die Preise auf Rekordhöhe, siehe Kakaopreis.

Die wichtigsten Produzenten

LandRegionBesonderheiten
Elfenbeinküste (Côte d’Ivoire)Westafrikagrößter Produzent der Welt, je nach Saison rund 35–45 % der Ernte
GhanaWestafrikaNummer zwei über viele Jahre; staatliche Vermarktung über COCOBOD; zuletzt stark gesunkene Erträge
EcuadorSüdamerikastark wachsende Mengen; bekannt für Edelkakao (Nacional/Arriba)
KamerunZentralafrikawichtiger Forastero-Produzent
NigeriaWestafrikatraditionsreicher Anbau, mittlere Mengen
IndonesienAsiengrößter Produzent Asiens; Mengen in den letzten Jahren rückläufig
Brasilien, Peru, Dominikanische RepublikLateinamerikaPeru und Dominikanische Republik stark im Bio- und Fairtrade-Segment

Zusammengenommen stammen rund 70 Prozent des Kakaos aus Westafrika. Allein die Elfenbeinküste und Ghana liefern etwa die Hälfte bis knapp zwei Drittel, je nach Saison. Diese Konzentration macht den Weltmarkt anfällig: Ein schlechtes Jahr in einer Region verändert sofort die Preise weltweit.

Wer Kakao anbaut

Kakao ist eine Kleinbauernkultur. Nach Schätzungen der Branche wachsen rund 90 Prozent des Kakaos auf Familienbetrieben mit wenigen Hektar Fläche. Weltweit leben mehrere Millionen Bauernfamilien davon. Plantagen im großen Stil gibt es vor allem in Teilen Lateinamerikas und Asiens.

Das hat Folgen: Viele Betriebe haben kaum Zugang zu Krediten, Dünger oder neuen Pflanzen, und ihr Einkommen hängt direkt vom Weltmarktpreis ab. Mehr dazu unter Verantwortung in der Lieferkette.

Wo Kakao verarbeitet wird

Angebaut wird Kakao im Süden, gegessen wird die Schokolade überwiegend im Norden. Ein großer Teil der Bohnen wird in Europa zu Kakaomasse, Kakaobutter und Kakaopulver vermahlen, vor allem in den Niederlanden, in Deutschland und in Belgien. Auch die Elfenbeinküste, Indonesien, Malaysia und die USA betreiben große Mahlwerke.

Die Erzeugerländer wollen mehr Wertschöpfung im eigenen Land halten und bauen die Verarbeitung vor Ort aus. Die Elfenbeinküste gehört inzwischen selbst zu den größten Kakaoverarbeitern der Welt.

Deutschland und der Kakao

Deutschland baut keinen Kakao an, ist aber einer der größten Importeure und Verarbeiter der Welt und ein bedeutender Exporteur von Schokoladenwaren. Der Hamburger Hafen zählt zu den wichtigen Umschlagplätzen, siehe Handel und Transport.

Quellen

  1. ICCO: Quarterly Bulletin of Cocoa Statistics
  2. Kakaoplattform Schweiz
  3. Forum Nachhaltiger Kakao: Zahlen und Fakten
  4. Statistisches Bundesamt (Destatis): Außenhandel Kakao und Schokolade

Häufige Fragen

Woher kommt der meiste Kakao?

Aus der Elfenbeinküste, gefolgt von Ghana.

Warum wächst Kakao nicht in Europa?

Der Baum braucht ganzjährig Wärme, hohe Luftfeuchtigkeit und viel Regen.

Aus welchen Ländern kommt Edelkakao?

Vor allem aus Lateinamerika und der Karibik, etwa aus Ecuador, Venezuela, Peru und der Dominikanischen Republik.