Der Kakaobaum
Der Kakaobaum trägt den botanischen Namen Theobroma cacao. Den Gattungsnamen vergab Carl von Linné im 18. Jahrhundert. Er bedeutet „Speise der Götter“. Der Baum gehört zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae), ist also entfernt mit Linde und Baumwolle verwandt.
Herkunft
Seine Heimat liegt im oberen Amazonasgebiet im Grenzraum des heutigen Ecuador und Peru. Archäologische Funde im Süden Ecuadors belegen, dass Menschen dort Kakao bereits vor mehr als 5.000 Jahren nutzten, also lange vor den Kulturen Mittelamerikas, die ihn später berühmt machten. Wie der Kakao nach Mesoamerika kam und dort zum Kultgetränk wurde, erzählt unsere Geschichte der Schokolade.
Wuchs und Standort
Wild kann der Kakaobaum über zehn Meter hoch werden. In Plantagen hält man ihn meist bei etwa vier bis acht Metern, damit die Früchte erreichbar bleiben. Er ist ein Unterholzbaum des Regenwalds und braucht daher:
- gleichmäßige Wärme, idealerweise zwischen etwa 20 und 32 °C
- viel Niederschlag und hohe Luftfeuchtigkeit
- Schutz vor praller Sonne und Wind, traditionell durch Schattenbäume wie Bananen, Kokospalmen oder Edelhölzer
- tiefgründige, nährstoffreiche Böden
Diese Ansprüche erfüllt nur der sogenannte Kakaogürtel, etwa zwischen 20 Grad nördlicher und 20 Grad südlicher Breite. Mehr dazu unter Anbauländer.
Blüten am Stamm
Auffällig ist die Kauliflorie: Blüten und Früchte wachsen nicht an den Zweigspitzen, sondern direkt am Stamm und an dicken Ästen. Ein Baum bildet im Jahr eine große Zahl kleiner, weiß-rosafarbener Blüten, doch nur ein sehr kleiner Teil wird zur Frucht.
Bestäubt wird der Kakao vor allem von winzigen Bartmücken (Gnitzen). Sie brauchen feuchtes, verrottendes Pflanzenmaterial am Boden. Plantagen mit Laubstreu und Schattenbäumen haben deshalb oft eine bessere Bestäubung als kahle Monokulturen.
Die Frucht
Aus einer bestäubten Blüte wächst in rund fünf bis sechs Monaten die Frucht, umgangssprachlich Kakaoschote, botanisch eine Beere. Sie ist etwa 15 bis 30 Zentimeter lang, gerippt und je nach Sorte gelb, orange, rot oder violett. Im Inneren liegen rund 30 bis 50 Samen, die Kakaobohnen, eingebettet in weißes, süß-säuerliches Fruchtfleisch, die Pulpa.
Weil Blüten und Früchte das ganze Jahr über entstehen, trägt ein Baum gleichzeitig Blüten, junge und reife Früchte. Geerntet wird trotzdem in Hauptsaisons, siehe Ernte, Fermentation und Trocknung.
Ertrag und Lebensdauer
Ein junger Baum trägt nach etwa drei bis fünf Jahren die ersten Früchte und ist dann mehrere Jahrzehnte wirtschaftlich nutzbar. Der Ertrag ist bescheiden: Ein Baum liefert im Jahr oft nur Bohnen für wenige Tafeln Schokolade. In Westafrika sind viele Bäume überaltert, was die Erträge zusätzlich drückt.
Krankheiten und Klimawandel
Kakao ist anfällig. Zu den gefährlichsten Problemen zählen:
- das Cacao Swollen Shoot Virus in Westafrika, gegen das nur das Roden befallener Bäume hilft
- die Schwarzfäule (Black Pod) durch Pilze bei feuchtem Wetter
- Hexenbesen und Monilia in Lateinamerika
Trockenperioden und Starkregen infolge des Klimawandels verstärken diese Risiken. Als widerstandsfähiger gelten Agroforstsysteme, in denen Kakao zusammen mit anderen Bäumen wächst.
Quellen
Häufige Fragen
Wie hoch wird ein Kakaobaum?
Wild über zehn Meter, in Plantagen meist vier bis acht Meter.
Kann man Kakao in Deutschland anbauen?
Nur im beheizten Gewächshaus mit hoher Luftfeuchtigkeit, etwa in botanischen Gärten.
Wie viele Früchte trägt ein Baum?
Je nach Alter, Sorte und Pflege einige Dutzend pro Jahr.