Vegane Schokolade
Viele Menschen möchten auf tierische Produkte verzichten, ohne auf Schokolade verzichten zu müssen. Die gute Nachricht: Schokolade ist von Natur aus oft vegan. Es kommt auf die Sorte und die Zutatenliste an.
Ist dunkle Schokolade vegan?
Klassische dunkle Schokolade besteht aus Kakaomasse, Kakaobutter und Zucker, oft ergänzt um Lecithin und Vanille. Alle diese Zutaten sind pflanzlich. Kakaobutter ist trotz ihres Namens ein reines Pflanzenfett.
Allerdings enthalten manche dunkle Schokoladen Milchbestandteile, zum Beispiel Butterreinfett, Magermilchpulver oder Molkenpulver, um sie milder zu machen. Ein Blick auf die Zutatenliste ist daher unerlässlich.
Worauf du achten solltest
Nicht vegan sind unter anderem:
- Vollmilchpulver, Magermilchpulver, Molkenpulver, Laktose
- Butterreinfett, Sahne
- Honig
- Gelatine (in manchen Füllungen)
- Schellack (Überzugsmittel E 904 bei manchen Dragees)
- Karmin (Farbstoff E 120)
Zucker ist in der EU in der Regel vegan. Das in einigen Ländern verwendete Filtern über Knochenkohle ist in der europäischen Rübenzuckerherstellung nicht üblich.
„Kann Spuren von Milch enthalten“
Dieser Hinweis bedeutet, dass auf denselben Anlagen auch Milchschokolade hergestellt wird und kleinste Verunreinigungen möglich sind. Milch ist keine Zutat. Für die meisten Veganer ist ein solches Produkt deshalb akzeptabel. Für Menschen mit Milchallergie kann der Hinweis dagegen wichtig sein. Mehr zur Unterscheidung unter Allergien und Unverträglichkeiten.
Vegane Alternativen zu Milchschokolade
Für einen milden, cremigen Geschmack ersetzen Hersteller Milchpulver durch pflanzliche Zutaten:
- Haferdrinkpulver, am häufigsten und mit leicht getreidigem Geschmack
- Reisdrinkpulver, sehr mild und süßlich
- Mandel-, Cashew- oder Kokosmus für Cremigkeit
- Erbsenprotein oder Lupinen in einigen Rezepturen
Diese Produkte dürfen nicht „Milchschokolade“ heißen. Die Bezeichnung „Milch“ ist in der EU tierischer Milch vorbehalten, was der Europäische Gerichtshof 2017 bestätigt hat (Rs. C-422/16, TofuTown). Du findest sie daher unter Namen wie „vegane Alternative zu Milchschokolade“, „Hafer-Schokolade“ oder „mit Reisdrinkpulver“.
Auch vegane weiße Schokolade gibt es, auf Basis von Kakaobutter und Pflanzendrinkpulver.
Siegel und Kennzeichnung
Eine gesetzliche Definition von „vegan“ gibt es in der EU bislang nicht. Orientierung geben Siegel wie das V-Label oder die Veganblume der Vegan Society. Hersteller nutzen auch eigene Hinweise, die ebenfalls nicht irreführend sein dürfen. Wie du die Packung liest, steht unter Kennzeichnung.
Geschmack und Verwendung
Hochwertige dunkle Schokolade ist für viele Veganer ohnehin die erste Wahl. Vegane Milchschokoladen-Alternativen haben sich geschmacklich stark verbessert und eignen sich zum Naschen, Backen und für Pralinen. Beim Temperieren gelten ähnliche Temperaturen wie bei herkömmlicher Milchschokolade. Die Herstellerangaben haben Vorrang.
Quellen
Häufige Fragen
Ist Kakaobutter vegan?
Ja, sie ist das Fett der Kakaobohne.
Ist Lecithin vegan?
Ja, meist stammt es aus Soja oder Sonnenblumen.
Ist vegane Schokolade gesünder?
Nicht automatisch. Zucker- und Fettgehalt sind ähnlich wie bei herkömmlicher Schokolade.