Glossar – Schokolade von A bis Z

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Glossar – Schokolade von A bis Z

Conche, Gianduja, Tablieren: Rund um Schokolade gibt es viele Fachbegriffe. Hier stehen die wichtigsten kurz erklärt, mit Links zu den ausführlichen Artikeln. Jeder Begriff hat einen eigenen Anker, etwa /wissen/glossar#conchieren.

A

Adstringenz: trockenes, zusammenziehendes Gefühl im Mund, verursacht durch Polyphenole. Bei gut fermentiertem Kakao geringer.

Agroforst: Anbausystem, bei dem Kakao zusammen mit Schatten- und Nutzbäumen wächst. Siehe Verantwortung.

Alkalisieren: Behandlung von Kakao mit einer Lauge. Das Pulver wird dunkler, milder und leichter löslich. Auch „Dutching“ genannt. Ein Teil der Flavanole geht verloren.

Arriba: Handelsname für aromatischen Nacional-Kakao aus Ecuador. Siehe Kakaosorten.

B

Bean-to-Bar: Herstellung von der Bohne bis zur Tafel in einer Hand, meist durch kleine Manufakturen. Kein Qualitätssiegel, sondern ein Herstellungsmodell.

Blockschokolade: traditionelle Backschokolade in Blöcken, meist mit mittlerem Kakaoanteil.

Bohne: Umgangssprachlich der Samen von Theobroma cacao, botanisch keine Hülsenfrucht. Siehe Kakaobohne.

Bruch: Schokoladenbruch, unregelmäßige Stücke, oft mit Zutaten; auch Klang und Bild beim Brechen einer Tafel. Siehe Verkostung.

C

Cadmium: Schwermetall aus manchen Böden, vor allem in dunkler Schokolade relevant. Höchstgehalte nach EU-Recht. Siehe Schadstoffe.

Carob: Kakaoersatz aus Johannisbrothülsen, ohne Theobromin. Darf nicht als Schokolade bezeichnet werden.

Conche / Conchieren: Maschine und Verfahren, bei dem Schokoladenmasse stunden- bis tagelang gerührt, gerieben und belüftet wird. Entwickelt 1879 von Rodolphe Lindt. Siehe Schokoladenherstellung.

Couverture: siehe Kuvertüre.

Criollo: seltene, aromatische Kakaosorte mit hellen Bohnen. Siehe Kakaosorten.

Cut-Test (Schnitttest): Qualitätsprüfung, bei der Kakaobohnen aufgeschnitten und beurteilt werden. Siehe Ernte und Fermentation.

D

Dragee: Kern (zum Beispiel Nuss) mit Schokoladen- oder Zuckerüberzug, im Dragierkessel hergestellt.

Dutching: siehe Alkalisieren.

E

Edelkakao: aromatische Kakaoqualitäten („fine or flavour“). Die ICCO stuft Herkunftsländer ein, nicht einzelne Tafeln. Siehe Kakaosorten.

Emulgator: Stoff wie Lecithin, der die Masse fließfähiger macht.

EUDR: EU-Entwaldungsverordnung. Nachweis entwaldungsfreier Herkunft. Siehe Verantwortung.

F

Farmgate-Preis: Preis, den Bauern ab Hof erhalten. Siehe Handel und Transport.

Fermentation: Gärung der Kakaobohnen mit Pulpa, in der die Aromavorstufen entstehen. Siehe Ernte und Fermentation.

Fettglasur: Überzug mit anderen Pflanzenfetten statt Kakaobutter, darf nicht „Schokolade“ heißen.

Fettreif: grauer Belag durch umkristallisierte Kakaobutter. Essbar, Qualitätsmangel. Siehe Fettreif und Zuckerreif.

Flavanole: sekundäre Pflanzenstoffe im Kakao. Siehe Inhaltsstoffe.

Forastero: robuste Kakaosorte, Großteil der Welternte. Siehe Kakaosorten.

Form V: stabile Kristallform der Kakaobutter. Ziel des Temperierens. Glanz, Bruch, Schrumpfung aus der Form.

G

Ganache: cremige Mischung aus Schokolade und Sahne, Grundlage vieler Trüffel. Siehe Ganache.

Gesamtkakaotrockenmasse: Summe aller Kakaobestandteile, Grundlage der Prozentangabe. Siehe Kakaoanteil.

Gianduja: Mischung aus Schokolade und fein gemahlenen Haselnüssen, ursprünglich aus dem Piemont.

Grinder: Mahlwerk, das Bohnen zu Kakaomasse, Butter und Pulver verarbeitet.

H

Hohlkörper: hohle Schokoladenfiguren wie Osterhasen, in zweiteiligen Formen gegossen.

K

Kakaobutter: Fett der Kakaobohne, schmilzt knapp unter Körpertemperatur. Siehe Inhaltsstoffe.

Kakaomasse: fein gemahlene Kakaokerne, Basis dunkler Schokolade.

Kakaonibs: geröstete, gebrochene Kakaokerne.

Kakaopulver: gemahlener Presskuchen nach Abpressen der Butter. Schwach entölt (mind. 20 % Butter) oder stark entölt (8–20 %).

Kakaoverordnung (KakaoV): deutsche Verordnung mit den Definitionen für Kakao- und Schokoladenerzeugnisse. Setzt die EU-Richtlinie 2000/36/EG um.

Kauliflorie: Blüten wachsen direkt am Stamm, typisch für den Kakaobaum. Siehe Kakaobaum.

Krokant: karamellisierter Zucker mit gehackten Nüssen oder Mandeln.

Kuvertüre: Schokolade mit mindestens 31 % Kakaobutter, ideal zum Überziehen.

L

Lecithin: Emulgator, meist aus Soja oder Sonnenblumen (E 322). Senkt die Viskosität der Masse.

Living Income Differential (LID): Preisaufschlag von Ghana und Côte d’Ivoire für ein existenzsicherndes Einkommen, seit 2019.

M

Maillard-Reaktion: Röstreaktion zwischen Aminosäuren und Zuckern. Entscheidend für Schokoladenaroma in der Fabrik.

Mengenausgleich: Fairtrade-Modell, bei dem zertifizierter Kakao mit anderem gemischt werden darf.

Marzipan: Masse aus Mandeln und Zucker. Siehe Marzipan.

MHD: Mindesthaltbarkeitsdatum, kein Verfallsdatum. Siehe Lagerung.

N

Nacional: Kakaosorte aus Ecuador mit blumigem Aroma. Siehe auch Arriba.

Nibs: siehe Kakaonibs.

Nougat: Masse aus Nüssen, Zucker und Kakao (dunkler Nougat) oder Eiweiß, Honig und Nüssen (weißer Nougat). Siehe Nougat.

P

Praline: Schokoladenkonfekt mit Füllung, in Belgien „Praline“, in Frankreich eher „Bonbon au chocolat“. Siehe Pralinen.

Pulpa: weißes Fruchtfleisch um die Kakaobohnen, Nahrung für die Fermentation.

R

Rösten: Erhitzen der Bohnen, bei dem die typischen Schokoladenaromen entstehen.

Ruby: rosa Schokolade mit fruchtiger Note. Siehe Ruby-Schokolade.

S

Schmelz: Art, wie Schokolade im Mund schmilzt. Er hängt von Kakaobutter, Feinheit und Temperierung ab.

Single Origin: Schokolade aus Kakao eines einzigen Landes, einer Region oder Plantage. Keine Garantie für Edelkakao.

Swollen Shoot: Viruskrankheit des Kakaobaums in Westafrika.

T

Tablieren: Temperiermethode, bei der Schokolade auf einer kühlen Steinplatte bewegt wird. Siehe Temperieren.

Temperieren: gezieltes Abkühlen und Erwärmen, damit Kakaobutter in stabiler Form V kristallisiert. Siehe Temperieren.

Theobromin: anregender Stoff im Kakao, giftig für Hunde und Katzen. Siehe Koffein und Theobromin.

Trinitario: Kreuzung aus Criollo und Forastero. Siehe Kakaosorten.

Trüffel: Praline aus Ganache, oft in Kakao gewälzt. Siehe Trüffel-Pralinen.

V

Van Houten: Casparus van Houten patentierte 1828 die hydraulische Kakaopresse; Sohn Coenraad steht fürs Alkalisieren.

Vorkristallisieren: Fachbegriff für Temperieren.

W

Walzen: Zerkleinern der Schokoladenmasse auf feinste Partikelgröße im Walzwerk.

X

Xocolatl: mögliche aztekische Vorform des Wortes Schokolade, Herkunft umstritten. Siehe Geschichte.

Z

Zuckerreif: weißer, rauer Belag durch Feuchtigkeit. Siehe Fettreif und Zuckerreif.

Quellen

  1. Kakaoverordnung (KakaoV)
  2. Beckett, S. T.: The Science of Chocolate (RSC)
  3. LGL Bayern: Schokolade und Schokoladenerzeugnisse