Zucker in Schokolade

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Zucker in Schokolade

Ohne Zucker wäre Schokolade für die meisten Menschen kaum genießbar. Kakao ist von Natur aus bitter und herb. Zucker gleicht das aus, doch er übernimmt noch weitere Aufgaben.

Weißer Kristallzucker, vom Löffel auf einen Haufen rieselnd
In Europa ist Saccharose aus Zuckerrüben der Standard. Die Kristallgröße entscheidet mit, ob die Tafel samtig oder sandig wirkt.

Welcher Zucker verwendet wird

In Europa wird Schokolade überwiegend mit Saccharose hergestellt, also Haushaltszucker aus Zuckerrüben. Chemisch ist er identisch mit Rohrzucker aus Zuckerrohr. Einige Hersteller verwenden bewusst Rohrzucker, Vollrohrzucker oder Kokosblütenzucker, um andere Geschmacksnoten zu erzielen.

Für Milch- und weiße Schokolade liefert außerdem das Milchpulver Laktose (Milchzucker), die weniger süß ist und leicht karamellige Noten bringen kann.

Welche Aufgaben Zucker übernimmt

  • Süße: der offensichtlichste Zweck
  • Aromabalance: Zucker mildert Bitterkeit und Säure und lässt fruchtige Kakaonoten hervortreten
  • Struktur: Zuckerkristalle bilden einen großen Teil der festen Bestandteile, die von Kakaobutter umhüllt werden
  • Mundgefühl: Die Größe der Zuckerpartikel entscheidet, ob Schokolade glatt oder sandig wirkt

Beim Walzen werden Zucker und Kakaoteilchen auf wenige Tausendstel Millimeter zerkleinert. Teilchen unterhalb von etwa 30 Mikrometern nimmt die Zunge kaum noch als einzelne Körner wahr. Deshalb schmilzt gut gewalzte Schokolade samtig. → Schokoladenherstellung

Wie viel Zucker steckt in Schokolade?

Der Zuckergehalt hängt fast vollständig vom Kakaoanteil ab:

Sorte (je 100 g)Zucker (Richtwert)
Weiße Schokoladeca. 55–60 g
Milchschokoladeca. 50–56 g
Dunkle Schokolade 50 %ca. 45–48 g
Dunkle Schokolade 70 %ca. 25–30 g
Dunkle Schokolade 85 %ca. 12–15 g
100 % Kakaokein zugesetzter Zucker

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, freie Zucker auf weniger als 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen, idealerweise auf unter 5 Prozent. Bei 2.000 Kilokalorien entsprechen 10 Prozent etwa 50 Gramm Zucker. Eine halbe Tafel Milchschokolade deckt diesen Wert bereits annähernd.

Zuckeralternativen

Brauner Zucker in einem Glas und auf einem Holzlöffel
Vollrohr- und brauner Zucker schmecken malziger. Chemisch bleibt es Saccharose – nicht automatisch „gesünder“.
AlternativeEigenschaften
Kokosblütenzuckerkaramellig, weniger süß; ernährungsphysiologisch kaum anders als Haushaltszucker
Vollrohrzuckerkräftig, malzig; enthält Spuren von Mineralstoffen
Erythritkalorienfrei, kühlender Effekt im Mund
Maltitähnliche Süßkraft wie Zucker, weniger Kalorien; bei größeren Mengen abführend
Stevia (Steviolglycoside)sehr süß, oft leicht lakritzartiger Nachgeschmack; wird mit Füllstoffen kombiniert
InulinBallaststoff als Füllstoff, kaum süß

Enthält ein Produkt mehr als 10 Prozent zugesetzte Polyole wie Maltit oder Erythrit, muss auf der Packung stehen: „kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“.

„Ohne Zuckerzusatz“ bedeutet übrigens nicht zuckerfrei: Milchschokolade ohne Zuckerzusatz enthält weiterhin Laktose aus der Milch.

Quellen

  1. WHO (2015): Guideline – Sugars intake for adults and children
  2. Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (LMIV), Anhang III
  3. Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 (nährwertbezogene Angaben)
  4. Beckett, S. T.: The Science of Chocolate (RSC)

Häufige Fragen

Ist Rohrzucker gesünder?

Nein, beide bestehen fast vollständig aus Saccharose.

Warum ist weiße Schokolade so süß?

Sie enthält keine bittere Kakaotrockenmasse, die den Zucker ausgleicht.

Gibt es Schokolade ganz ohne Zucker?

Ja, 100-%-Tafeln und Produkte mit Zuckeraustauschstoffen.